19.08.2006

Sommerregen

Du lässt mich leben,
Lässt mich träumen,
Zeigst mir eine andre Welt.
Denn wenn ich dich spüre,
Deine sanften Küsse fühle,
1000 Stück auf meiner Haut,
Bin ich frei.

Dein Geruch,
Ein Hauch von Sommer
Getragen im Frühlingswind,
Ist nasses Gras auf einer Wiese
So frisch, wild und ungezähmt.

Lass deine Kälte auf mir prickeln
Während die sanfte Wärme mich umgibt.
Und die Sonnenstrahlen durchbrechen weiße Wolkenmauern
So frei und frisch verliebt.

Annette Juretzki 2000

16:25 Veröffentlicht in 2000 | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken

25.07.2006

Bei Zeiten

Sie rannte. Ungeachtet der schweren Bäume, ungeachtet der Feuerpfeile am Himmel. Schnell. Der brennende Atem in ihrer Lunge stach in der Brust, stahl ihre Kraft. Doch zurück konnte sie nicht mehr. Sie rannte.
Weg von hier. Das Schlachtgebrüll der Ritter des englischen Königs, die sich wie die wilden Barbaren aus früheren Zeiten auf die Rebellen stürzten, war noch Hunderte von Meter weiter zu hören. Und dies war noch längst nicht alles! Überall stürzten sich brüllende Königs-Anhänger und Rebellen auf ihre Gegner. Stahl traf Stahl, Blut folgte auf Blut, Tod auf Tod… die Schlacht war eröffnet. Weg von hier.
Schneller. Die Reiter des Königs auf ihren Schlachtrossen verfolgten sie. Ihre Flucht war erkannt. Alles Leben wurde unter den Hufen der gewaltigen Tiere begraben. Schneller.
Immer weiter. Das Versteck der Rebellen schien sich nur langsam zu nähern. Brennende Bäume und schreiende Menschen in der Nähe deuteten den Weg. Sie rannte weiter. Immer weiter.
Ein Knall. Die brennenden Pfeile der königlichen Bogenschützen sausten auf sie zu, setzten nahe Bäume in Brand, die mit ihrem gesamten Gewicht wuchtig auf den Boden knallten. Sie wich aus. Ein Knall.
Stark bleiben. Ihre erschöpften Glieder brauchten Ruhe, ihr Verstand war noch immer halb betäubt. Doch ihr Instinkt, ihr Drang zu überleben trieb sie weiter. Sie hatte die Folter überlebt, hatte nichts verraten, hatte es rausgeschafft. Stark bleiben.
Endlich. Sie stürzte auf den staubigen Boden, vor ihr das Versteck der Rebellen. Sie kroch voran, stützte sich, rannte weiter. Tote Menschen um sie, brennende Baumhütten überall, Kampfgebrüll in der Ferne. Endlich.
Feuer! „Sir Keyres? Der König hat befohlen das gesamte Versteck abzuriegeln und mitsamt seiner noch übrigen Bewohner in Brand zu stecken. Am besten führen wir den Befehl seiner Majestät sofort aus.“ Sir Larras griff zur Fackel, Keyres nickte. Feuer...

Sie rannte. Ungeachtet der schweren Bäume, ungeachtet der schnellen Bomber am Himmel. Schnell. Der brennende Atem in ihrer Lunge stach in der Brust, stahl ihre Kraft. Doch zurück konnte sie nicht mehr. Sie rannte.
Weg von hier. Die Explosion des Flugzeugs der afrikanischen Terroristen, das von den neuen Geschossen des Kampfbombers der United States of America zerstört wurde, war noch Kilometer weiter zu hören. Und es blieb nicht allein. Schuss folgte auf Schuss, Feuer auf Feuer, Tod auf Tod… der Krieg war da. Weg von hier.
Schneller. Die gewaltigen Panzer der USA verfolgten sie. Ihre Flucht war erkannt. Kleinere Urwaldbäume wurden fast widerstandslos unter den schweren Maschinen begraben. Schneller.
Immer weiter. Das Lager der afrikanischen Terroristen näherte sich nur langsam. Brennende Hütten und schreiende Menschen in der Nähe deuteten den Weg. Sie rannte weiter. Immer weiter.
Ein Knall. Die schweren Geschosse der US-Panzer sausten auf sie zu, verfehlten sie nur knapp und brachten die Bäume um sie zum Einsturz. Sie wich aus. Ein Knall.
Stark bleiben. Ihre erschöpften Glieder brauchten Ruhe, ihr Verstand war noch immer halb in Trance. Doch ihr Instinkt, ihr Drang zu überleben trieb sie weiter. Sie hatte die Folter überlebt, hatte nichts verraten, hatte es rausgeschafft. Stark bleiben.
Endlich. Sie stürzte auf den staubigen Boden, vor ihr das Lager der afrikanischen Terroristen. Sie kroch voran, stützte sich, rannte weiter. Tote Menschen um sie, brennende Hütten überall, explodierende Flugzeuge am Himmel. Endlich.
Feuer! „Captain Keyres? Hier spricht Major Larras. Neuer Befehl: Sofortige Vernichtung des Terroristenlagers. Keine Überlebenden. Ende.“ Keyres nickte. Feuer…

Sie rannte. Ungeachtet der schweren Bäume, ungeachtet der hell grellen Blitze am Himmel. Schnell. Der brennende Atem in ihrer Lunge stach in der Brust, stahl ihre Kraft. Doch zurück konnte sie nicht. Sie rannte.
Weg von hier. Die Explosion des Kampfjets der Sagat Dakras, der von den neuen Laser-Geschossen der Caradon-Jets zerstört wurde, war noch Kilometer weiter zu hören. Und er blieb nicht allein. Der gesamte Himmel war erleuchtet. Blitz folgte auf Blitz, Donner auf Donner, Tod auf Tod… der Krieg war da. Weg von hier.
Schneller. Die gigantischen Panzer der Caradon verfolgten sie. Ihre Flucht war erkannt. Die finsteren Bäume wurden wie Streichhölzer unter den schweren Maschinen begraben. Schneller.
Immer weiter. Das Gebiet der Sagat Dakras näherte sich nur langsam. Brennende Lagerhallen und schreiende Menschen in der Nähe deuteten den Weg. Sie rannte weiter. Immer weiter.
Ein Knall. Die scharfen Feuerraketen der riesigen Panzer der Caradon sausten auf sie zu und rammten sich vor ihr in den Boden. Sie wich aus. Ein Knall.
Stark bleiben. Ihre erschöpften Glieder brauchten Ruhe, ihr Verstand war noch immer halb in Trance. Doch ihr Instinkt, ihr Drang zu überleben trieb sie weiter. Sie hatte die Folter überlebt, hatte nichts verraten, hatte es rausgeschafft. Stark bleiben.
Endlich. Sie stürzte auf den staubigen Boden, vor ihr das Sagat Dakras Hauptquartier. Sie kroch voran, stützte sich, rannte weiter. Tote Menschen um sie, brennende Hallen überall, explodierende Jets am Himmel. Endlich.
Feuer! „Kommandant Keyres? Hier spricht High-Caradon Larras. Neuer Befehl: Sprengung des S/D-Hauptquartiers. Sofortige Ausführung erwünscht. Larras Ende.“ Keyres nickte. Feuer…


Annette Juretzki im Jahre 2000

09:44 Veröffentlicht in 2000 | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken

24.07.2006

Ein Tod

Vergessen
Allein
Zog er hinfort
Einsam
Um nicht unbekannt zu bleiben
Und vergessen

Schmerzhaft
Rot
War das Schwert
In seiner Brust
Hart
Kalt
Und schmerzhaft

Vergessen
Allein
Starb er
Einsam
Unbekannt
Und vergessen

Annette Juretzki im Jahre 2000

14:21 Veröffentlicht in 2000 | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken

Der Krieger

Harte Augen
Furchtlos klar
Ungebrochen steht er da
Mit scharfer Klinge in der Hand
Große Narben
Wild verteilt
Berichten von längst vergangener Zeit
Und ihren Schlachten

Hat oft gekämpft
Noch nie gefallen
Ging stets als Sieger aus der Schlacht
Unvergessen für alle Augen
Die ihn kämpfen sahen

Zieht umher
Von Ort zu Ort
Und sucht nach seinen Gegnern
Wird immer kämpfen
Ist immer stark
Bis zur letzten Schlacht
Wahrlich, seine letzte

Annette Juretzki im Jahre 2000

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